Führungskräfte bewegen sich heute in einem Spannungsfeld aus Leistungsdruck, Veränderung, Fachkräftemangel, hybrider Zusammenarbeit und zunehmender psychischer Belastung. Sie sollen Orientierung geben, Vertrauen schaffen, Konflikte klären, Gesundheit fördern und zugleich die eigenen Grenzen im Blick behalten.
Dieses praxisnahe Inhouse-Seminar verbindet arbeitspsychologisches Fachwissen mit konkreten Werkzeugen für den Führungsalltag. Es stärkt Führungskräfte darin, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen mitzugestalten und auch in schwierigen Situationen klar, wertschätzend und handlungsfähig zu bleiben.
Gesund führen heißt nicht, Belastungen vollständig zu verhindern. Es heißt, Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu geben und gemeinsam gesund handlungsfähig zu bleiben.
Darum geht es
- Gesundheit als dynamischer Prozess: vom pathogenetischen zum salutogenetischen Blick
- Die Rolle der Führungskraft als Vorbild, Orientierung und Energieträger
- Gesunde Selbstführung: Selbstfürsorge, Selbstbewusstsein, Selbstregulation und Resilienz
- Belastungen erkennen und Ressourcen gezielt stärken
- Psychische Belastungen und Frühwarnsignale aufmerksam, respektvoll und ohne vorschnelle Diagnosen ansprechen
- Fürsorgepflicht, Führungsverantwortung und eigene Grenzen
- Präsenz, Interesse, Anerkennung und Wertschätzung im Alltag
- Transparente Kommunikation, Beteiligung und psychologische Sicherheit
- Schwierige Gespräche bei Überlastung, psychischer Belastung und längerer Abwesenheit
- Willkommensgespräche und gesundheitsorientierte Rückkehr in den Arbeitsalltag
- Konflikte früh erkennen, deeskalieren und lösungsorientiert bearbeiten
- Gesunde Führung in Veränderungsprozessen, hybrider Zusammenarbeit und bei hoher Arbeitsverdichtung
Ihr Nutzen
Nach dem Seminar können Sie …
- Ihre eigene Wirkung auf Gesundheit, Motivation und Zusammenarbeit erkennen und bewusster steuern.
- Belastungsfaktoren und Ressourcen in Ihrem Team systematischer betrachten.
- Warnsignale wahrnehmen und angemessen ansprechen, ohne zu pathologisieren.
- auch in belastenden Situationen Orientierung, Klarheit und Sicherheit geben.
- Gespräche über Überlastung, Fehlzeiten und Rückkehr wertschätzend führen.
- Anforderungen klar formulieren und gleichzeitig angemessen unterstützen.
- Konfliktdynamiken früher erkennen und passende Schritte einleiten.
- psychologische Sicherheit, Beteiligung und eine offene Fehlerkultur fördern.
Inhalte im Überblick
1. Gesund führen: Haltung und Wirkungsfelder
- Was bedeutet Gesundheit im Arbeitskontext?
- Gesundheit als Zusammenspiel körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren
- Führung zwischen Ergebnisverantwortung und Fürsorge
- Die fünf zentralen Wirkungsfelder gesunder Führung:
- Interesse und Präsenz
- transparente Kommunikation
- Wertschätzung und Anerkennung
- soziale Unterstützung
- Beteiligung und Handlungsspielraum
2. Gesunde Selbstführung
- Eigene Belastungsmuster, Antreiber und Grenzen erkennen
- Selbstfürsorge als Führungsverantwortung und Vorbildfunktion
- Umgang mit Informationsüberflutung, Unterbrechungen und ständiger Erreichbarkeit
- Fokus, Priorisierung und bewusste Pausen
- Resilienz, Selbstwirksamkeit und lösungsorientiertes Denken
- Der Kreis der Kontrolle, des Einflusses und der Bedenken
- Persönlicher Energiehaushalt und alltagstaugliche Regenerationsstrategien
3. Belastungen reduzieren, Ressourcen stärken
- Typische psychische Belastungsfaktoren: Arbeitsmenge, Zeitdruck, Unterbrechungen, Rollenklarheit, soziale Beziehungen und Veränderungsdruck
- Verhältnis- und verhaltensorientierte Ansatzpunkte unterscheiden
- Ressourcen im Team sichtbar machen und ausbauen
- Handlungsspielräume, Prioritäten und Verantwortlichkeiten klären
- Gesunde Zusammenarbeit in Präsenz, hybriden und mobilen Arbeitsformen
- Kurzinterventionen für Konzentration, Regulation und mentale Entlastung
4. Psychische Belastung frühzeitig ansprechen
- Veränderungen in Psyche, Verhalten und körperlichem Erleben wahrnehmen
- Hinsehen, Initiative ergreifen, Leitungsverantwortung wahrnehmen, fordern und fördern, Experten hinzuziehen
- Gesprächseinstiege, Dos and Don’ts und hilfreiche Formulierungen
- Eigene Grenzen: Führungskräfte sind keine Therapeutinnen und Therapeuten
- Interne und externe Unterstützungsangebote sinnvoll einbeziehen
- Datenschutz und respektvoller Umgang mit persönlichen Informationen
5. Fehlzeiten, Rückkehr und Anwesenheit
- Von der Fehlzeitenorientierung zur Anwesenheits- und Arbeitsfähigkeitsorientierung
- Einflussfaktoren auf die tägliche Entscheidung für oder gegen Arbeit
- Kontakt während einer Erkrankung: fürsorglich, freiwillig und ohne Druck
- Willkommensgespräche statt misstrauischer Rückkehrkontrolle
- Arbeitsfähigkeit, Schonung, Anpassung und klare Erwartungen
- BEM und weitere Unterstützungswege im Überblick – passend zur betrieblichen Struktur
6. Gesprächskultur und psychologische Sicherheit
- Aktives Zuhören und empathische Gesprächsführung
- Fragen, die Reflexion und Eigenverantwortung fördern
- Anerkennung, Lob und Wertschätzung unterscheiden
- Feedback geben und annehmen
- Psychologische Sicherheit als Grundlage für Offenheit, Lernen und Fehlerkultur
- Gesprächsführung bei Widerstand, Rückzug, Überforderung und Unsicherheit
7. Konflikte gesund führen
- Interessen-, Rollen-, Beziehungs-, Verteilungs- und Beurteilungskonflikte unterscheiden
- Frühwarnsignale im Team erkennen
- Konflikte ansprechen, bevor sich Fronten bilden
- Aktives Zuhören, Bedürfnisse und Interessen klären
- Sachgerecht verhandeln nach dem Harvard-Konzept
- Grenzen der direkten Führungskraft und Weiterleitung an geeignete Stellen
8. Transfer und Umsetzung
- Persönlicher Gesundheits- und Führungscheck
- Fallarbeit aus dem eigenen Arbeitsalltag
- Individuelle Transferziele und konkrete erste Schritte
- Teambezogene Vereinbarungen für gesunde Zusammenarbeit
- Transferpartner oder Follow-up-Impuls nach dem Seminar optional
Methoden
- Das Seminar lebt von der Verbindung aus kurzen, verständlichen Fachimpulsen und aktiver Anwendung:
- Reflexionsübungen und Selbstchecks
- Einzel-, Tandem- und Gruppenarbeit
- Praxisfälle aus dem Unternehmen
- Rollenspiele und Gesprächssimulationen
- Kollegiale Beratung
- Perspektivwechsel und Gegensatzerfahrungen
- Arbeit mit Modellen und Visualisierungen
- Achtsamkeits- und Aktivierungsübungen
- Fallkarten und Formulierungshilfen für schwierige Gespräche
- Transferaufgaben und persönlicher Aktionsplan
Die konkreten Beispiele, Fälle und Übungen werden auf Ihre Branche, Ihre Führungsrealität und Ihre aktuellen Herausforderungen zugeschnitten.
Mögliche Formate
- Kompaktseminar: 1 Tag
- Intensivseminar: 2 Tage
- Modulare Reihe: 3 bis 4 halbe oder ganze Tage
- Ergänzend: Führungskräftezirkel, kollegiale Fallberatung oder Transferwerkstatt
- Durchführbar als Präsenzveranstaltung, in Verbindung mit online oder hybrid
Für wen ist das Seminar geeignet?
Für Führungskräfte, Nachwuchsführungskräfte, Teamleitungen, Projektleitungen und Verantwortliche mit Personal- oder Schnittstellenverantwortung – branchenübergreifend und unabhängig von Organisationsgröße oder Arbeitsfeld.
Besonders hilfreich ist das Seminar für Organisationen, die …
- ihre Führungskultur gesundheitsorientiert weiterentwickeln möchten.
- psychische Belastungen und Überforderung frühzeitig thematisieren wollen.
- Führungskräfte für schwierige Gespräche sicherer machen möchten.
- Zusammenarbeit, Vertrauen und Arbeitsfähigkeit stärken wollen.
- gesundes Führen mit BGM, Arbeitsschutz, Personalentwicklung oder BEM verbinden möchten.
Ihre Inhouse-Lösung
- In einem unverbindlichen Vorgespräch klären wir gemeinsam:
- Welche Zielgruppe soll erreicht werden?
- Welche Belastungen und Führungssituationen sind aktuell besonders relevant?
- Welche betrieblichen Strukturen und Unterstützungsangebote gibt es bereits?
- Welches Format passt zu Ihren zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen?
- Wie wird der Transfer in den Alltag gesichert?
Gesund führen heißt nicht, Belastungen vollständig zu verhindern. Es heißt, Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu geben und gemeinsam gesund handlungsfähig zu bleiben.